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»Ein hoffnungsvolles Talent«

Creative Face Magazine

Mit einer Lichtinszenierung in Abenddämmerungsstimmung katapultierte uns Michael Sontag in ein fast schon internationales Niveau der Fashion Week Berlin: Zu transzendentalen Weltraumtönen ließ er seine Models in Zeitlupe über den Laufsteg wehen. Und während sich andere Berliner Designer in Form und Schnitt meist in eigens aufgestellten Rastern bewegten, formt der Weißensee-Absolvent neue Silhouetten und überrascht mit extravaganter Formgebung.

Ein blasses Mint, zaghaftes Taubenblau und ein feuriges Orange: Das waren die Töne, die Sontag zu einem zurückhaltenden Farbenbouquet vereinte. Die Basis bildete eine sandige Creme-Nuance, die, gespickt mit viel Schwarz und nicht weniger viel Weiß, einen beruhigenden und dennoch frischen Sommer-Look kreierte. Der gebürtige Bayer, dessen außergewöhnliche Kunst zu Drapieren bereits Suzy Menkes als »hoffnungsvolles Talent« beschrieb, überzeugte außerdem mit Cape-Momenten und architektonischer Stoffzugabe an Hosenbeinen und Kleidern.

Neben knielangen asymmetrischen Seidenblusen zeigte Sontag schlichte Bandeau-Tops, die den Looks coole Sexyness entlockten. Dazu boten voluminöse Blazer, Hosen und Sommermäntel einen stilsicheren Kontrast, der Sontags Handschrift deutlich werden ließ. Unter den Gästen waren auch Johanna und Tutia, die als PerretSchaad nur einen Tag später ihre Kollektion präsentierten. Als gemeinsame Weißensee-Absolventen kennen und schätzen sich das Designer-Duo und Sontag. Und auch die Vogue-Chefredakteurin tut das: Bekanntermaßen besucht Christiane Arp lediglich Fashion-Show-Lieblinge, und da lässt sie sich den Front-Row-Platz bei Michael Sontag und PerretSchaad keineswegs entgehen.

Während Sontag mit leicht abstrakten Formen ein einnehmendes Gefühl seiner Mode kreiert, setzen PerretSchaad auf durchaus tragbare Mode. Ein typisches Model der zwei Designerinnen: der Blouson. So setzen die zwei 2009 gegründeten Labels immer wieder Highlights innerhalb der Berlin Fashion Week – und geben der deutschen Modehauptstadt hoffnungsvoll einen kosmopolitischen Unterton.

© 2020 Anne Tröst. Alle Rechte vorbehalten.